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Counter Strike und Glücksspiel: Geldströme in den E-Sports

Counter Strike als Glücksspiel zu bezeichnen, wäre ein Frevel. Dank der Professionalisierung findet sich CS:GO aber durchaus auf den Webseiten der Casino-Anbieter wieder. Wir erklären den Zusammenhang zwischen Multi Player-Gaming, Glücksspiel und dem großen Geld.
Traum vieler Gamer: Mit dem Spielen Geld verdienen
In den ersten Jahren des aktuellen Jahrhunderts wurden Multi Player-Spiele zum weltweiten Massenphänomen. Mitglied eines Clans zu sein war Teil der privaten Identität der Gamer. Auch heute noch verfolgt man als Spieler im Normalfall keinerlei finanzielles Interesse: Ob Counter Strike, FIFA oder Fortnite, man setzt sich des Spielens wegen an den Computer oder an die Konsole.


Inzwischen aber ist nicht mehr jede Karriere im Bereich der Video- und Computerspiele reiner Selbstzweck. Geld wird vor allem auf zweierlei Weise verdient:
• Man gehört der Weltspitze an. Die besten E-Sportler verdienen Einkommen im Millionenbereich. Preisgelder auf großen Turnieren können einige Millionen Euro betragen. Wir haben hier bereits über E-Sport als Berufswahl berichtet.
• Man gewinnt als begeisterter E-Sportler viele Follower auf Social Media-Kanälen. Dazu muss man nicht unbedingt zu den besten Spielern seines Fachs gehören. Wenn man interessante Videos erstellt, kann man auch damit als Gamer gutes Geld verdienen. Mirror.co.uk berichtet, dass Fortnite-Spieler Jarvis Kaye, der 2 Millionen Follower hat, durch ein einziges Video mehr als 20.000 € verdient hat.


E-Sports als Glücksspiel
Hintergrund dieser beiden Berufszweige ist zum einen das Ausreizen des Leistungsprinzips, das die besten einer Disziplin belohnt. Zum anderen reflektiert sich darin das wachsende Publikumsinteresse an den E-Sports.
Ein weiterer Finanzstrom sind Wetten auf den Ausgang von Matches und Turnieren. Hier kommen wir auf das Thema Glücksspiel zurück. Die Wettquoten werden von großen Online Casinos erstellt. Oscar Becker, Chefredakteur von CasinoKomplett.com sieht darin ein wachsendes Segment der Glücksspielbranche. „Wetten auf Counter Strike-Events und ähnliches setzen immer mehr Geld um. Viele Freizeit-Gamer können die Spielstärke bestimmter Teams ganz gut einschätzen und so mit den Wetten Geld gewinnen“.


Wisła Krakau und Ninjas in Nachthemden
Das Counter Strike-Team von Wisła Krakau gilt bei den Wettquoten oft als Favorit. Auch auf die Ninjas in Pyjamas aus Schweden wird gern gesetzt. Im Gespräch relativiert Becker seine Aussage aber auch direkt wieder: „Ganz so einfach ist es beim Glücksspiel nicht. Man kann nicht einfach davon ausgehen, im Handumdrehen große Beträge zu verdienen. Die Möglichkeit des Verlierens muss immer einberechnet werden. Dann gewinnen die Casinos und Wettanbieter“.
Wie die weitere Entwicklung der Geldströme beim E-Sport aussieht, lässt sich nur schwerlich einschätzen. Obwohl auf Portalen wie Youtube längst millionenfach geschaut wird, ist in den Stadien bzw. Hallen meistens nur wenig los. Veranstaltungen mit mehreren Tausend Zuschauern vor Ort sind immer noch die Ausnahme.


Viele große Fußballvereine wie eben Wisła Krakau verfügen inzwischen über ihre eigenen E-Sports-Mannschaften. Das Interesse für diese Arten von Wettkämpfen ist freilich vor allem eine Generationenfrage. Ältere Semester finden kaum Zugang und sind der Meinung, dass man sportlichen Wettstreit zwingend mit dem eigenen Körper austragen muss.

Experten wagen eine Prognose
Manche Experten prognostizieren den E-Sports hingegen eine goldene Zukunft. Aufgrund der Altersverteilung gehen sie von wachsender Popularität aus. Ob sich die zugehörigen Geldmärkte im Bereich des E-Sports geradlinig weiterentwickeln, ist jedoch unmöglich vorherzusagen.
Oftmals nehmen Trends einen Verlauf, den kein Kenner hat kommen sehen. Die aktuelle Welle der Begeisterung ist zum Teil auch ein Hype. Die langfristigen Konsequenzen sind in vielerlei Hinsicht vorstellbar. Im Fußball zum Beispiel wollen viele Eltern ihre Kinder groß rausbringen. Von frühester Kindheit an wird auf eine Karriere als Profifußballer hingearbeitet.
Wenn professioneller Gamer als gangbare Berufskarriere erscheint, ist solcher Übereifer bei den Eltern auch bei den E-Sports möglich. Je weiter die Professionalisierung voranschreitet, desto stärker scheint der eigentliche Zweck des Spielens in Vergessenheit zu geraten.


Spielen um des Spielens willen
Man sollte das Spielen ernst nehmen und versuchen, sich zu verbessern. Wenn ich mein Potenzial nicht voll abrufe, macht ein Match weder mir noch meinem Gegner Spaß. Vor allem aber sollte man Spielen, um eine Auszeit aus dem Alltag zu bekommen. Man taucht in die Welt des Spielens ein, eben weil nicht zum eigenen Berufsalltag gehört.
Wer spielt, um Geld zu verdienen, kann vielleicht schon bald die immanenten Freuden des Spielens nicht mehr spüren. Anders ausgedrückt: Wer das Hobby zum Beruf macht, könnte schon bald ohne Hobby dastehen.

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