Die brasilianische Organisation Imperial Esports hat am 27. August 2025 offiziell die Gründung eines CS2-Academy-Rosters in Europa bekanntgegeben. In Zusammenarbeit mit der Online-Plattform Gamdom wagt der Traditionsverein den Schritt auf den europäischen Markt – mit dem klaren Ziel, junge Talente aufzubauen und eine nachhaltige Pipeline für die Zukunft zu schaffen. Damit folgt Imperial einem Trend, den viele internationale Organisationen derzeit einschlagen: Nachwuchsförderung wird zum zentralen Bestandteil der langfristigen Esport-Strategie.
Warum Europa?
Imperial Esports ist seit Jahren ein Aushängeschild der brasilianischen Counter-Strike-Szene. Spieler wie Gabriel „FalleN“ Toledo oder Fernando „fer“ Alvarenga haben die Organisation weltweit bekannt gemacht. Der Schritt nach Europa überrascht dennoch viele Beobachter.
Europa gilt nach wie vor als der stärkste und tiefste Talentpool in CS2, mit einer Vielzahl regionaler Turniere, Bootcamps und internationaler Ligen. Junge Spieler haben hier deutlich mehr Möglichkeiten, sich in professionellen Strukturen zu entwickeln. Für Imperial bedeutet das: Bessere Trainingsmöglichkeiten, mehr Scrims gegen Top-Teams und eine höhere Sichtbarkeit auf dem globalen Markt.
Das Academy-Roster
Auch wenn die vollständigen Namen der Spieler aktuell noch nicht von Imperial veröffentlicht wurden, ist klar: Das Lineup soll eine Mischung aus aufstrebenden europäischen Talenten bilden, die in den kommenden Monaten erste Turniererfahrungen sammeln. Besonders im Fokus stehen Spieler aus Osteuropa und Skandinavien – Regionen, die in den letzten Jahren immer wieder Talente hervorgebracht haben.
Der Plan sieht vor, dass die Academy regelmäßig an Tier-2- und Tier-3-Turnieren teilnimmt. Ziel ist nicht sofort der Sprung in die Weltspitze, sondern die kontinuierliche Entwicklung, um Talente mittelfristig ins Main Roster zu integrieren.
Gamdom als Partner
Die Partnerschaft mit der Plattform Gamdom ist ein strategischer Schritt. Der Anbieter ist bereits im Esports-Sponsoring aktiv und ermöglicht Imperial den finanziellen Rückhalt, ein Academy-Team in Europa aufzubauen. Für Imperial bedeutet das nicht nur Budget-Sicherheit, sondern auch zusätzliche Reichweite im europäischen Raum.
Gerade in der Nachwuchsarbeit sind verlässliche Partner entscheidend – Reisekosten, Bootcamp-Strukturen, Trainer und Analysten schlagen mit hohen Summen zu Buche. Mit Gamdom an der Seite kann Imperial langfristig planen.
Vergleich mit anderen Organisationen
Imperial ist nicht das erste Top-Team, das auf ein Academy-Programm setzt. Organisationen wie NAVI Junior, MOUZ NXT oder Astralis Talent haben in den vergangenen Jahren vorgemacht, wie erfolgreich ein solcher Ansatz sein kann.
- MOUZ NXT brachte Stars wie Ádám „torzsi“ Torzsás oder Dorian „xertioN“ Berman hervor, die inzwischen fester Bestandteil des Main-Rosters sind.
- NAVI Junior war die Ausgangsbasis für Spieler wie Ilya „m0NESY“ Osipov, der mittlerweile bei G2 einer der besten AWP-Spieler der Welt ist.
Imperial folgt damit einem erprobten Modell, das nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich Sinn ergibt: Eigenentwickelte Spieler sind günstiger, loyaler und langfristig wertvoller für das Branding.
Ziele & Ausblick
Laut ersten Statements von Imperial soll das neue Academy-Team bis Ende 2025 an mindestens vier internationalen Qualifikationsturnieren teilnehmen. Zudem sind Bootcamps in Berlin und Kopenhagen geplant, um die Talente bestmöglich vorzubereiten.
Langfristig strebt Imperial an, eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie MOUZ NXT oder NAVI Junior zu schreiben. Für Fans bedeutet das: Mehr Content, mehr Spiele und eine engere Verbindung zur Organisation. Für die Spieler selbst eröffnet sich eine seltene Chance, in einem professionellen Umfeld den Durchbruch zu schaffen.
Reaktionen aus der Community
Die Community reagierte überwiegend positiv auf die Ankündigung. Auf Reddit und Twitter wird betont, dass es „endlich wieder eine brasilianische Organisation mit globalem Anspruch“ gebe. Viele Fans hoffen darauf, dass Imperial künftig nicht nur in Südamerika, sondern auch in Europa und auf den großen internationalen Bühnen konstant vertreten ist.
Kritische Stimmen verweisen darauf, dass Academy-Teams oft hohe Erwartungen wecken, aber nicht immer den Sprung schaffen. Beispiele wie BIG Academy zeigen, dass nicht jede Nachwuchsstruktur automatisch erfolgreich ist. Dennoch gilt der Schritt von Imperial als mutig und zukunftsorientiert.
Bedeutung für die CS2-Szene
Für die internationale CS2-Szene ist die Gründung des Imperial Academy-Teams ein starkes Signal. Sie zeigt, dass selbst traditionelle Organisationen aus Brasilien bereit sind, ihre Strukturen zu erweitern und in neue Märkte vorzudringen. Gerade vor dem Hintergrund wachsender Turnierserien wie BLAST Open, ESL Challenger und dem Esports World Cup könnte der Schritt genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgen.
Europa bleibt der Nabel der Szene – und Imperial will dabei sein.
Mit der Gründung des neuen Academy-Teams in Europa wagt Imperial Esports einen entscheidenden Schritt in Richtung Internationalisierung. Unterstützt durch Gamdom entsteht ein Projekt, das nicht nur jungen Spielern eine Bühne bietet, sondern auch die Organisation selbst strategisch stärkt. Ob es gelingt, Talente von morgen hervorzubringen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Doch eines steht fest: Imperial Esports meint es ernst – und will in CS2 global mitmischen.