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Warum bezahlen Spieler nur ungern im Voraus für Handyspiele?

Die meisten Handyspiele kosten weniger als eine Tasse Kaffee, dennoch weigern sich die meisten Leute, Titel auf ihren Handys zu spielen, wenn sie nicht free-to-play sind. Kein Wunder, dass sogar Online Casinos kostenlose Demo-Versionen anbieten, um Kunden von ihrem Angebot zu überzeugen. Die Spieler können z.B. Poker spielen gratis ohne Anmeldung oder noch viele andere kostenlose Slots testen. Besonders wenn es um Spiele auf dem Handy geht, scheinen Kunden nur selten bereit zu sein, selbst wenige Euro in ein Spiel zu investieren. Woher kommt das und wie schaffen die Anbieter es, dennoch Geld zu verdienen?

Der Vergleich zu PC und Konsolen Games

Wenn ein neues, mit Spannung erwartetes Spiel auf der Konsole oder dem PC veröffentlicht wird, haben die meisten Spieler kein Problem damit, ihr hart verdientes Geld dafür auszugeben. 40 Euro, 50 Euro, oft sogar bis zu 60 Euro oder mehr. Handy Spiele scheinen solche Ausgaben jedoch nicht zu rechtfertigen. Nicht einmal annähernd. Ein großer Teil der Leute, die Spiele auf ihren Handys spielen, würde nicht einmal in Erwägung ziehen, ein Spiel herunterzuladen, es sei denn, es ist Free-to-Play. 

Games Industry hat ein großartiges Beispiel dafür hervorgehoben. Ustwo Games hat ein Zitat an der Wand, von dem die Entwickler behaupten, dass es ihre Lieblingsrezension ist. “Danke, dass Sie dieses Spiel gemacht haben, ich fand es wirklich schön, eines der besten Dinge, die ich auf dem Handy gespielt habe, und es hat mich wirklich beeindruckt. Ich dachte nur, dass £3.99 zu viel ist.” Dies fasst die Einstellung der meisten Leute zum Bezahlen von Spielen auf ihren Handys zusammen. Es ist wirklich schwer zu sagen, warum das so ist und wann sich diese Mentalität durchgesetzt hat. Es gibt eine ganze Reihe von Titeln für das Handy, die quasi die Kopie von den Spielen für die Konsolen sind – nicht einmal optimierte oder reduzierte Versionen, sondern buchstäblich das gesamte Spiel in all seiner Pracht in unseren Händen. Gleichzeitig ist der Preis im Vergleich zur Konsolenversion stark reduziert. Aber trotzdem möchte kaum jemand den Preis zahlen

Wo liegt also der Unterschied?

Mobile Gaming ist nicht dasselbe wie Konsolen- und PC-Spiele. Wenn man Leute, die Spiele auf ihrem Smartphone spielen, mit jemandem vergleicht, der auf einem Computer oder einer Konsole spielt, stehen die Chancen gut, dass der Konsolen- und PC-Spieler dagegen protestiert und Ihnen erklären wird, dass sie nicht vergleichbar sind. 

Handyspiele ähnlich wie Casino Spiele sind in der Regel als kurzer Zeitvertreib gedacht. Ganz anders ist es bei den Tischspielen, wo man z.B. alles über Texas Holdem Blätter wissen sollte, um erfolgreich zu spielen. Daher denkt man oft es handelt sich bei den Handyspielen ausschließlich um Spiele ohne Substanz, ohne tiefere oder komplexe Spielmechanik. Keine spannende Geschichte, keine liebenswerten Charaktere. Sie sind oft gemacht für Leute, die nicht allzu viel Zeit in ein Videospiel investieren wollen. Spiele, die dafür gemacht sind, um die Zeit zu vertreiben, während man z.B. ein paar Augenblicke in einer Schlange warten. Und daran ist nichts auszusetzen. Daher denkt man bei Handyspielen eher an Spiele wie Snake oder Angry Birds, nicht aber an ein ausgereiftes Spiel mit spannendem Gameplay.

Aus diesem Grund werden Handyspiele in der Regel kostenlos zum Spielen und Herunterladen angeboten, während PC und Konsolen Spiele bis zu 100 Euro kosten können. Die unterschiedliche Wahrnehmung von Handy gegenüber PC- oder Konsolen spielen ist der Hauptgrund, warum man nicht dafür bereit ist, viel Geld in Handyspiele zu investieren.

Wie machen die Entwickler dann noch Geld mit Handyspielen?

Es gibt verschiedene Lösungen, mit denen die Spielehersteller das Problem angehen möchten. Einige versuchen so niedrige Preise wie nur möglich anzusetzen und hoffen einfach darauf, dass die Spieler immerhin diesen Preis zahlen. Es gibt aber auch noch drei andere Möglichkeiten:

  • Pay-to-Win
  • Mikrotransaktionen
  • Gaming Abo

Was man darunter versteht, erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

Pay-to-Win

Pay to win ist eine Praxis, bei der die Benutzer mit Vergünstigungen belohnt werden, die für sie von Vorteil sind, aber gleichzeitig alle anderen in eine schwierige Position bringen. Der Spieler, der von einem Pay-to-Win-Schema profitiert, erhält Vorteile im Vergleich zu anderen Spielern, die diese nicht bekommen. Pay-to-win-Vorteile erhält man, indem man echtes Geld in der Spielumgebung ausgibt. Da der Begriff klar aussagt, dass es sich um ein Pay-to-win-System handelt, bezieht sich der Begriff hauptsächlich auf Spieler-gegen-Spieler-Spiele, bei denen man einen Vorteil gegenüber anderen Spielern erhält. Viele Gaming Fans halten dieses Prinzip aber für schlecht. Schließlich wollen Sie ihr Können gegeneinander messen und nicht herausfinden, wer die größere Brieftasche hat. 

Mikrotransaktionen

Viele Handyspiele verlassen sich auf kleinere Transaktionen, die normalerweise schon für einen Dollar zu haben sind. Diese werden Mikrotransaktionen genannt und sind auch Teil der Pay to Win Strategie. Allerdings ist nicht jedes Handyspiel in dem Mikrotransaktionen angeboten werden auch unbedingt Pay-to-Win. Es gibt unzählige Spiele, die kostenlos zu spielen und herunterzuladen sind, die In-Game-Käufe anbieten und die seit Jahren gut laufen. Denken Sie an Spiele wie League of Legends, das komplett kostenlos zu spielen ist und dennoch In-Game-Käufe von neuen Helden und kosmetischen Gegenständen für diese Charaktere bietet. Das Spiel hat keine Pay-to-Win-Elemente und es gilt als eines der besten kompetitiven Spiele aller Zeiten. Also, kurz gesagt, Mikrotransaktionen müssen nicht unbedingt eine schlechte Sache sein. Sie können etwas sein, um das Spielerlebnis zu erweitern, um Ihnen zu erlauben, einen einzigartigen Charakter zu erstellen oder Ihr Spiel mit verschiedenen Skins, Animationen oder was auch immer zu personalisieren. 

Gaming-Abo

Mittlerweile gibt es auch Angebote wie Apple Arcade und Google Play Pass. Dabei handelt es sich um Abo-Dienste für Handyspiele. Nach dem, was wir bisher gesehen haben, sind viele der Spiele auf beiden Diensten in Konsolenqualität, und das alles für 4,99 $ pro Monat. Die Frage ist, werden die Spieler diese 5 Dollar Gebühr auf die gleiche Art und Weise betrachten, wie sie es getan haben, ein oder zwei Dollar für mobile Spiele auszugeben, oder eher wie die 10 Dollar pro Monat, die sie für Dienste wie Netflix ausgeben, und bei denen sie es nicht einmal bemerken, wenn das Geld von ihrem Konto abgebucht wird?

 

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