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E-Sports in Deutschland – Wachstum mit Problemen

Das dänische Counter Strike Team Astralis gilt als der beste Squad aller
Zeiten. So konnte auch das Ausscheiden bei der IEM in Katowice 2020
nichts daran ändern, dass Astralis die Szene seit bereits über drei Jahren
dominiert und vor allem bei den Majors stets als Favorit gehandelt wird.
Nun stellt sich natürlich die Frage, wie ein Land mit nicht einmal sechs
Millionen Einwohnern ein Esports Team hervorbringen kann, das rein aus
Dänen besteht und dennoch so erfolgreich wird. Die Antwort ist wohl vor
allem im Umgang Dänemarks mit E-Sport zu suchen. Schließlich werden E-
Sports in Dänemark ähnlich wie Vereine staatlich gefördert und sind voll in
der Mitte der Gesellschaft angekommen. Letzteres wurde beispielsweise
deutlich, als der dänische Premierminister Anfang 2019 Astralis einen
Besuch abstattete und gemeinsam mit ihnen eine Runde spielte. Doch wie
verhält es sich diesbezüglich mit dem E-Sport Markt in Deutschland und
welche Prognosen existieren bezüglich dessen weitere Entwicklung?
Rein auf den Umsatz reduziert weist die Entwicklung des E-Sports in
Deutschland eine beeindruckende Entwicklung auf. Während 2013 nur
etwa 8 Millionen Euro in der Branche umgesetzt werden konnten, beträgt
dieser Wert für 2019 bereits 79 Millionen. Marktforscher gehen davon aus,
dass sich diese rasante Steigerung fortsetzen wird und rechnen damit,
dass im Jahr 2023 etwa 150 Millionen Euro allein in Deutschland
umgesetzt werden. Dabei beziehen diese Umsätze nur die
Einnahmequellen Werbung, Ticketverkäufe, Fanartikel, Sponsoring und
Medienrechte ein. Andere Umsatzquellen, etwa Turniergewinne seitens der
Teams, fanden hier keine Beachtung. Ebenso nicht eingerechnet wurden
die Umsätze aus Sportwetten, die immer attraktivere Quoten aufweisen
und bei denen Glücksspieler in Form von Wetten und der Kombi-Wette auf
Spielausgänge von virtuellen Partien setzen können. Dabei profitieren
Online Casinos stark von den Zuschauen, die ohnehin schon online sind
und deshalb häufig auch Casino Ratgeber und einen Casino Bonus
der Anbieter nutzen.
Dieser Umsatz wird durch eine deutsche Playerbase generiert, die sich
breit aufstellt und doch Präferenzen zeigt. Hinsichtlich der Anzahl der
aktiven Teams, die professionell E-Sports betreiben, ist Counter Strike der
beliebteste Titel. League of Legends schafft es wiederum nur auf den
zweiten Platz, wenngleich die League of Legends Teams deutlich mehr
Preisgelder gewinnen konnten. In diesem Zusammenhang bleibt zudem
noch interessant, dass Activision Blizzards Titel Overwatch in der
deutschen E-Sport Szene kaum eine Rolle spielt. Stattdessen sichert sich
Dota 2 bei den deutschen Teams den dritten Rang. Hinsichtlich der
Individualtitel erfreuen sich vor allem Starcraft 2, Hearthstone und Heroes
of the Storm der größten Beliebtheit. Counter Strike bleibt also auch zu
Beginn von 2020 und damit bald ein Jahrzehnt nach seinem Release der
bedeutendste E-Sport Titel in Deutschland. ​
Der deutsche E-Sport steht folglich aus einem soliden Grundgerüst, was
dessen Wirtschaftlichkeit und Spieler angeht. Anders gestaltet sich das
Ganze jedoch, sobald dessen Image und gesellschaftlich-politische
Akzeptanz näher untersucht werden. E-Sport Teams setzen sich
inzwischen seit einigen Jahren dafür ein, als Vereine anerkannt zu werden.
Dies hätte vor allem finanzielle Vorteile, da beispielsweise
Mitgliederbeiträge kaum besteuert werden und Spenden angenommen
werde dürfen. Doch auch hinsichtlich des Image und der Außenwirkung
wäre eine solche Akzeptanz anzustreben. Bislang verweigert die Politik
eine solche Anerkennung jedoch und E-Sports wird weiterhin keine
Gemeinnützigkeit unterstellt. Zwar konnten in den letzten Jahren kleinere
Erfolge gefeiert werden, indem E-Sport Teams beispielsweise anderweitig
finanzielle Quellen, etwa die Förderung der Jugendhilfe, erschließen
konnten. Deutschland wird auf absehbare Zeit aber wohl weiterhin nicht
eine Vereinskultur in E-Sports zulassen, wie es etwa beim klassischen
Sport der Fall ist.

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