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Umsätze hoch, aber noch viel Potenzial: Wie der E-Sport zentraler werden kann

Quelle: Unsplash

Inzwischen ist der E-Sport auch in Deutschland zu einer festen Größe geworden. Und das, obwohl die Prognosen für 2018 etwas zu optimistisch waren und „nur“ 70 Millionen Euro mit elektronischem Sport umgesetzt wurden. Denn die mittel- und langfristigen Aussichten sind gut, der E-Sport findet langsam seinen Einzug auch in den deutschen Mainstream. Im Vergleich zu den USA oder Asien ist das kompetitive Zocken in Deutschland allerdings noch wenig bekannt. Ein Grund dafür könnte sein, dass es keine Zentralisierung der Sportart gibt.

Dachverband noch wenig erfolgreich

Der Fußball hat die FIFA, der Motorsport die FIA und der Deutsche Tennisbund ist der größte Dachverband seiner Sportart weltweit. Wenn es ums Gaming geht, sieht es beim Thema Zentralisierung aber weniger überragend aus. Zwar gibt es in Deutschland den ESBD (den eSport-Bund Deutschland), dieser stand aber bei Gamern schon mehrfach in der Kritik aufgrund von ausbleibenden Erfolgen und der Tatsache, dass viele deutsche Spitzenclubs wie Mousesports, SK Gaming und DIVIZON nicht im ESBD organisiert sind. Und das bedeutet, dass das Potenzial der vielen großen Titel nicht ausgeschöpft wird und es in Deutschland noch viele Möglichkeiten für den E-Sport gibt, weiterzuwachsen. Dabei könnte der E-Sport von mehr Zentralisierung und Organisation extrem profitieren. Denn aktuell sind die einzelnen Games, Clubs und Verbände hierzulande noch zu klein, um dem elektronischen Sport isoliert zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen.

Von Konkurrenz zu Kooperation

Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass die Hersteller vor allem die Konkurrenz zu anderen Entwicklern sehen und die Pro-Gamer oft untereinander Rivalitäten zelebrieren (man denke nur an Dota 2 und League of Legends). Dieses Konkurrenzdenken zieht sich durch die gesamte Industrie und ist nicht nur beim E-Sport ein Problem. So finden Firmen wie EA und Ubisoft Stores wie den inzwischen im Umbruch befindlichen Steam Store zwar prinzipiell gut, würden die Spieler aber lieber auf ihre eigenen Stores locken oder ihren eigenen Games-on-Demand-Service pushen. Und die Konsolenhersteller versuchen zwar allesamt, den E-Sport populärer zu machen. Doch wenn es um das Bewerben von Gaming als Sportart geht, hält man sich zurück – und konzentriert sich dann lieber auf die eigenen Exklusivtitel wie Forza (Microsoft) oder Super Smash Bros. (Nintendo).

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Mehr Kooperation nützt allen

Allmählich wird den Big Playern im Business aber klar, dass Kooperation letztlich allen nützt. So arbeiten Sony und Microsoft inzwischen gemeinsam an einem Streaming-Service und Microsoft hat einige seiner Spiele in den Nintendo eShop gestellt: Endlich mehr Zentralisierung, statt dem Zwang auf verschiedenen Plattformen zu kaufen! Der weltweit

bekannte Publisher Plarium wiederum hat die Zeichen der Zeit ebenfalls erkannt und mit „Plarium Play“ eine Plattform geschaffen, auf der Fans alle Spiele des Entwicklers zentral und in besserer Qualität spielen können. Auch hier kann man künftig also mit mehr Übersicht spielen – und diesen Beispielen sollten alle großen Firmen folgen. Denn das leidige Thema beginnt für die Gamer ja schon, wenn sich die Frage stellt, welche Konsole man sich kaufen soll oder ob sich der Kauf über verschiedene Stores lohnt. Da ist es kein Wunder, dass es beim E-Sport noch nicht geklappt hat, einen wirklich funktionierenden Dachverband auf der höchsten Ebene zu gründen.

Fazit

Der E-Sport ist in Deutschland erfolgreich, doch nur mit mehr Kooperation kann die Sparte in Zukunft weiter wachsen. Der gesamte Videospiele-Markt setzt in Deutschland immerhin jährlich 4,7 Milliarden Euro um! Das Thema Zusammenarbeit beginnt bereits auf niedriger Ebene, erstreckt sich über Spiele-Angebote, verschiedene Fraktionen unter den (Pro-)Gamern und erreicht letztlich mit einem funktionierenden Dachverband die Spitze. Zum Glück gibt es bereits die richtigen Ansätze, um den E-Sport noch größer zu machen. Der ESBD könnte in Zukunft mehr Erfolg haben.

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